Dass dieses Jahr anders verlaufen ist als die Jahre zuvor, dürfte jedem klar sein. Als frisch gebackene Mutter tut es doch schon ein wenig weh zu hören, dass 2020 komplett gestrichen werden könnte. Denn schließlich gäbe es dann auch den glücklichen Moment der Geburt und viele weitere glückliche Momente mit unserem Kind nicht.

Ist es nicht auch so, dass wir uns seltener die positiven Sachen/Erfahrungen hervorrufen als die negativen? Wann hast du das letzte Mal, über die positiven Dinge in diesem Jahr nachgedacht? War denn wirklich alles mies und schlecht?
Wann hast du selbst das letzte Mal statt einer negativen Kritik (sei es gegenüber dem Partner, eines Freundes oder auch des Arbeitskollegen), mal ein Lob ausgesprochen?

Ich habe es mir mittlerweile zum täglichen Ritual gemacht, sich des positiven zu besinnen und mir selbst DANKE zu sagen. Kleinigkeiten, größere Beachtung zu schenken. Nicht immer zu hohe Erwartungen zu haben und plötzlich…wird man doch ziemlich überrascht und überwältigt von Glücksgefühlen.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob man das Glas halb voll oder halb leer sieht. Ist okay, Meinungen sind unterschiedlich. Man muss nicht immer gleich „denken“/“sehen“ oder auf dem gleichen Pfad laufen. Wenn mich jemand darauf begleiten möchte, hey sehr gerne, willkommen! Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Man muss wie gesagt nicht immer gleich sein. Wir sind Menschen, da ist das nichts Abnormales oder Unmögliches, das man nicht immer die gleiche Einstellung hat und sich trotzdem verstehen kann.

Doch das, was überhaupt nicht in Ordnung ist, sind Beleidigungen, die unter die Gürtellinie gehen. Pauschalisierungen, die nicht akzeptabel sind und jede Menge Hass, der in diesem Jahr leider zu häufig präsent war. DAS ist etwas, womit ich gar nicht kann und dann auch echt mal ziemlich laut werde!

STOPP! Das bringt mich echt zur Fassungslosigkeit.

Fassungslos, da dieses Jahr Ärzten, die ihre Meinung in sozialen Medien kundgetan haben, der Tod gewünscht wurde. Meinungsgegner (egal, welcher Art) bespuckt oder anderweitig gedemütigt wurden, anstatt sich konstruktiv und höflich miteinander auseinanderzusetzen. Verbraucher, die sich gegenseitig verprügelt und böse verletzt haben, weil sie sich um eine Packung Klopapier kloppen mussten.

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Ohne Worte.

Hier kommt ein kleiner Auszug der positiven Dinge, die mir dieses Jahr widerfahren sind (bei weitem gab es nämlich viel mehr davon):

  • Ein neuer Erdenbürger, der Hass gar nicht kennt. Vielleicht sollten wir uns alle von den Kleinen etwas abgucken. 😉
  • Neue Nachbarn, deren Gesichter ich zwar aufgrund der Maske noch nicht genau kenne, die uns jedoch mit warmen Worten und einem Zettel vor der Haustür zu Tränen gerührt haben.
  • Plätzchen, die selbstloser- und überraschenderweise vor die Haustür gestellt wurden.
  • Ein Ehemann, der mir täglich bewiesen hat, wie gut wir einander tun.
  • Neue Bekanntschaften und Freundschaften, die dank der heutigen Technologie überhaupt erst entstehen konnten.
  • Und selbstverständlich all die Liebe, die uns Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Menschen, die uns ans Herz gewachsen sind, entgegengebracht haben

In der Kürze liegt die Würze. Es ist Weihnachten, daher hier nochmal eine kurze Zusammenfassung, was die ursprünglichen Werte dieses Festes sind (denn ob religiös oder nicht, der Tag hat dennoch für alle, eine große Bedeutung):

  • Nächstenliebe
  • Achtsamkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • Soziales Engagement

Das sollten jedoch nicht nur Werte für ein Fest sein, sondern über das gesamte Jahr bestehen.

Meine Meinung Punkt.

All I want (not just for Christmas) is: no hate!

Ich bin dankbar, dass es euch alle gibt, die dazu beitragen und beweisen, dass es selbstverständlich auch anders geht und die Welt insgesamt mit ein paar wenigen Ausnahmen ein schöner, harmonischer Ort für (neue) Erdenbürger ist!

Danke für die Aufmerksamkeit, ich wünsche allen fröhliche Weihnachten, von ganzem Herzen!

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